Denkmal, Nachbarschaft, Viertel
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Zurück in alte Zeiten? … Abriss auf der Neuhofstr.

Jetzt ist sie weg, die alte Fabrik auf der Neuhofstraße, vormals Edler von F. Gewichen für ein Investitionsprojekt.

MG+, wachsende Stadt: Ja! Keine Frage. Das braucht Gladbach, um den Aufschwung der Stadt auch mit entsprechendem Wohnraum zu begleiten.

Aber: Attraktiv muss es sein…. Und wird das attraktiv? Die Neuhofstraße hatte eine fast geschlossene Altbau-Fassadenstruktur. Das Landgericht ist in Sichtweite, sicher eines der Vorzeige-Gebäude der Stadt. Und vor allem: Das Oskar Kühlen Quartier steht auf dem Nachbargrundstück. Hier haben Stefan Hamacher und die Schleiff Denkmalentwicklung ein Beispiel gegeben, wie man Historie mit modernen Ansprüchen verbinden kann.

Und nebenan? – Mal salopp formuliert, hier wird einfach alles platt gemacht: Eine sehr schöne Fabrikfassade, stimmig im Gesamtbild. Und es werden wohl auch noch Gründerzeithäuser auf der Schwogenstraße fallen. Willkommen in MG1970! Altes weg und Neues hin!

Die „Parade-Beispiele“ aus dieser vergangen geglaubten Zeit: Die östliche Seite der Bismarckstraße und die Viersener Straße. Mit einem 10.000 m² Grundstück kann man sich sicher etwas Besseres einfallen lassen. Eine Symbiose aus alt und neu. Aber dann wird es einen Ticken teurer oder man hat einen Hauch weniger Quadratmeter zu vermieten oder zu verkaufen!

Aber im Ernst: Darf ausschließlich der (kurzfristige) Profit im Focus stehen? Geht es gar nicht um das Stadtbild? Sollten solche Projekte nicht dort umgesetzt werden, wo man wirklich abreißen muss oder Brachflächen sind? Da gibt es sicherlich in MG genug Möglichkeiten.

Am 10.09.2017 ist Tag des offenen Denkmals in NRW. In MG ist das Thema wohl „Prachtvolle Zeiten – Stadtentwicklung im Zeitalter Mönchengladbacher Textilfabrikanten“. Es wird auch einen Rundgang zwischen Industriekultur und Gründerzeithäusern geben. Eine super Idee und ein spannender Tag. Aber am besten jetzt mit der Neuhofstraße: Historische Textilfabrik plattgemacht.

Man hört im Moment, dass immer mehr Investoren in Mönchengladbach investieren und solche Flächen suchen.

Bitte nicht!!!!

Und wenn doch: Dann bauen Sie bitte 80 Wohnungen statt 90 und integrieren Sie diese in das Erscheinungsbild! Das geht! Und auch damit kann man Geld verdienen. Und man leistet keinen Beitrag zur gesichtslosen Stadt, sondern zu einer durchdachten, stimmigen Entwicklung!

Vieles läuft im Moment super in MG+. Vieles soll und muss sich auch so weiter entwickeln. Wir unterstützen MG+ mit voller Überzeugung, aber nicht MG1970!

Wir dürfen nicht aufhören hinzugucken. Es gibt immer noch schlimme Ausreißer, die nicht vorkommen dürfen. Die Hoffnung ist, dass die angefangene Diskussion auf  z.B. flux-mg.org und dem daraus resultierenden Gastbeitrag in der RP, weiter geht, und dass das Thema, welches viele Menschen in MG bewegt, auch entsprechend ernst genommen wird.

Wir haben den Artikel verändern müssen, weil der Investor leider falsch recherchiert war. Die Vivawest ist NICHT für den Abriss verantwortlich, sie investiert in unmittelbarer Umgebung. Wir möchten uns bei der Vivawest ausdrücklich entschuldigen.

Was meinst du dazu?